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Mehr als 50 Jahre nachdem mit der Einführung der Antibabypille für die Frau eine neue Ära der Empfängnisverhütung begonnen hat, gibt es noch immer eine erschreckend hohe Anzahl unerwünschter Schwangerschaften. Dabei haben gerade die letzten Jahre einen enormen Zuwachs an Verhütungsmethoden gebracht. Noch nie zuvor konnte die Frau unter so vielen sicheren und zugleich nebenwirkungsarmen Methoden zur Verhütung wählen, wie heute. Neben einer Unzahl von Antibabypillen und den seit Jahrzehnten bekannten Kupferspiralen sind neue interessante Methoden der Empfängnisverhütung auf dem Markt:

Pillenpflaster:
Ähnlich wie in der herkömmlichen Antibabypille werden auch hier die beiden weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen zur Verhütung verwendet. Durch drei Wochen wird jeweils für eine Woche ein dünnes Pflaster auf die Haut geklebt und damit Unfruchtbarkeit erreicht. Danach wird das Pflaster für eine Woche entfernt, wodurch eine Regelblutung ausgelöst wird.

Scheidenring:
Auch hier werden Östrogen und Gestagen verwendet, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Die beiden Hormone befinden sich in einem dünnen Kunststoffring, der von der Frau selbst in die Scheide eingeführt wird und dort drei Wochen lang liegen bleibt. Danach folgt eine Ring freie Woche, in der es zu einer Abbruchsblutung kommt. Anschließend wird ein neuer Ring eingelegt. Der Ring belästigt die Frau nicht und wird normalerweise auch vom Mann beim Geschlechtsverkehr nicht als störend empfunden. Sollte dies doch der Fall sein, kann der Ring während des Verkehrs auch entfernt (max. 3 Stunden pro Tag) und danach wieder eingesetzt werden.

Dreimonatsspritze:
Im Gegensatz zu den zuvor genannten Verhütungsmethoden wird hier nur ein Hormon, nämlich das Gestagen zur Verhinderung der Fruchtbarkeit eingesetzt. Die Spritze in den Gesäß- oder Oberarmmuskel wirkt 90 Tage und bewirkt neben der sicheren Verhütung außerdem, dass die Regelblutung extrem leicht wird bzw. in 70 – 80 % der Fälle überhaupt ausbleibt. Sollte es zu Blutungen kommen, so treten diese allerdings normalerweise nicht rhythmisch alle vier Wochen, sondern unregelmäßig auf. Ein kleiner Nachteil dieser Methode ist, dass es nach Ende einer längeren Anwendung noch bis zu einem Jahr dauern kann, bevor sich wieder eine normale Eierstockfunktion und damit Fruchtbarkeit einstellt. Bei Planung einer Schwangerschaft ist dies zu berücksichtigen.

Hormonstäbchen:
Auch hier ist es das Hormon Gestagen, das die Fruchtbarkeit unterdrückt. Das Hormon befindet sich in einem ca. 4 cm langen und 2 mm breiten, biegsamen Kunststoffstäbchen, welches in örtlicher Betäubung mittels einer Spritze unter die Haut an der Innenseite des Oberarms platziert wird. Dort wirkt es drei Jahre, danach wird es – ebenfalls in örtlicher Betäubung – über einen winzigen Hautschnitt entfernt und, falls gewünscht, durch ein neues Stäbchen ersetzt. Da sich das gesamte Hormon im Stäbchen befindet, kehrt die Fruchtbarkeit unmittelbar nach Entfernung des Stäbchens wieder zurück. Wie bei der Dreimonatsspritze sind auch beim Hormonstäbchen die Blutungen unregelmäßig und sehr schwach bzw. bleiben vollständig aus.

Hormonspirale:
Bei der dritten reinen Gestagen-Verhütungsmethode befindet sich das Hormon im senkrechten Schenkel einer T-förmigen „Spirale“, die vom Arzt durch den Gebärmutterhals in die Ge-bärmutterhöhle geschoben wird und dort bis zu fünf Jahre (die kleinere Variante drei Jahre) liegen bleiben und wirken kann. Das Blutungsverhalten entspricht den beiden vorher genannten Methoden, die Rate der Frauen, die darunter gar keine Blutung haben, ist sogar noch etwas größer. Diese Methode ist die nebenwirkungsärmste, da sich das Hormon direkt am Ort der Wirkung befindet und nicht, wie bei den anderen Methoden, zunächst mit dem Blut durch den gesamten Körper transportiert werden muss.

Operative Unterbindung des Eileiters (Frau) oder Samenleiters (Mann):
Bei der Frau werden die beiden Eileiter in Vollnarkose entweder mittels Bauchspiegelung elektrisch verschorft oder am offenen Bauch (z.B. im Rahmen eines Kaiserschnittes) unter-bunden und durchtrennt. Beim Mann kann die Unterbindung und Durchtrennung der Samenleiter entweder in örtlicher Betäubung oder ebenfalls in Vollnarkose durchgeführt werden. Im Unterschied zu allen anderen Methoden der Verhütung ist die operative Unfruchtbarmachung als endgültig anzusehen. Eine Rückoperation ist bei der Frau nicht möglich, beim Mann ist eine solche theoretisch möglich, allerdings nur in den ersten fünf Jahren auch Erfolg versprechend. Laut österreichischem Gesetz ist die operative Unfruchtbarmachung erst ab dem vollendeten 25. Lebensjahr erlaubt, unabhängig von der Zahl der Kinder.

„Pille danach“:
Sollte es ohne ausreichende Verhütung (z.B. Zerreißen eines Kondoms usw.) zu einem Geschlechtsverkehr gekommen sein, so kann durch die Einnahme von einer Hormontablette (Gestagen) innerhalb von max. 72 Stunden eine Schwangerschaft noch verhindert werden. Je früher diese Tabletten geschluckt werden, umso sicherer wird die Schwangerschaft verhütet. Diese Methode ist nur für Notfälle gedacht und ersetzt nicht eine normale Empfängnisverhütung. Sie kann pro Zyklus auch höchstens einmal angewendet werden. Das Medikament ist inzwischen nicht mehr rezeptpflichtig und ist auch ohne Rezept in jeder Apotheke zu bekommen. Eine neue – allerdings rezeptpflichtige – „Pille danach“ hilft sogar bis max. 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr.

Bei den zahlreichen zur Verfügung stehenden Mitteln sollte es heute möglich sein, für jede Frau die für sie ideale Methode zur Verhütung zu finden.